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19
JUL
2012

BVCM definiert Social Media Berufsbilder

by Benjamin Gust
24 Comments

Social Media Consultant, Junior Community Manager, Social Media Manager: Wo ist da eigentlich der genaue Unterschied? Um genau diese Frage zukünftig besser beantworten zu können, haben wir gemeinsam mit unseren Mitgliedern fünf Berufsbilder im Bereich Social Media skizziert – und diese gleichzeitig voneinander abgegrenzt. Damit reagieren wir auf den immer größer werdenden Bedarf an Fachkräften und die steigende Professionalisierung der Branche. Definierte Anforderungsprofile sollen zudem helfen, zukünftige Ausbildungsziele aufzuzeigen.

Seit Ende des letzten Jahres beobachten wir eine regelrechte Explosion neu ausgeschriebener Social Media Stellen. Social Media ist damit endgültig im professionellen Kommunikationsalltag angekommen – und mit ihm eben ein branchenübergreifender Bedarf an entsprechenden Fachkräften. Die Anforderungen an diese Social Media Professionals variieren bisher allerdings stark. Auch die Bezeichnungen der vorhandenen Stellen könnten verschiedener nicht sein. In der Konsequenz ist die Besetzung von Stellen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen schwierig.

Als zuständiger Bundesverband sehen wir daher deutlichen Bedarf an einer weitreichenden Definition. „Immer häufiger werden wir mit der Frage konfrontiert, wie man eigentlich Social Media Manager wird. Aus unserer Sicht geht es dabei vielmehr um die Entwicklung spezifischer Kompetenzen – die abhängig vom jeweiligen Berufsbild durchaus unterschiedlich sind – als um den Weg, wie die jeweiligen Kompetenzen erlangt werden,“ so Florian Stöhr, 1. Vorsitzender des BVCM. Gleichzeitig soll laut Stöhr verdeutlicht werden, wo sich die einzelnen Berufsbilder unterscheiden und „wie der Grad der Professionalisierung aussieht“. Daher haben wir uns im ersten Schritt für eine Systematik entschieden, die insgesamt fünf verschiedene Social Media Berufsbilder beinhaltet: Den Junior- und Senior Community Manager, den Junior- und Senior Social Media Manager und den Social Media Consultant.

Durch die Skizzierung der unterschiedlichen Kompetenzfelder hoffen wir zum einen, dem Nachwuchs eine erste Orientierungshilfe zu bieten und so eine Trennschärfe zwischen den Social Media Berufsbildern zu schaffen. Zum anderen soll Unternehmen schon vor der Ausschreibung vakanter Positionen eine realistische Erwartungshaltung in diesem noch jungen Berufsbild vermittelt werden, die das Zusammenfinden von Professionals und offenen Stellen gemäß den Fertigkeiten und Anforderungen erleichtert.

„Sicherlich gehen die Meinungen zu den Berufsbildern weit auseinander. Durch die Erfahrungen unserer Mitglieder, die zum Teil bereits seit Jahren in der Branche arbeiten, gehen wir davon aus, eine erste Grundlage geschaffen zu haben. Dennoch sehen wir in unserer Definition der Berufsbilder bewusst zunächst einen Entwurf, der als Grundlage für weitere Diskussionen dienen soll.“

Interessierte sind daher dazu eingeladen, sich direkt hier an der Diskussion zu beteiligen.

Übersichts-Tabelle: Anforderungsprofile an Social Media Berufsbilder

Weitersagen
24 Comments
  1. riedeljana 20. Juli 2012 at 16:11 Antworten
    Schöne und übersichtliche Aufbereitung von nötigen Kompetenzen. Auf welcher Grundlage erfolgte die Auswahl der wichtigsten Kompetenzen und die Trennung der Berufsbilder?
    • Ben Ellermann 20. Juli 2012 at 19:12 Antworten
      Hi Jana, die Trennung der Berufsbilder und die Auswahl der Kompetenzen wurde von einer Fokusgruppe des Verbands erarbeitet. Dabei sind viele eigene Erfahrungen, aktuelle Stellenausschreibungen und die ein oder andere bestehende Definition von Berufsbildern eingeflossen. Anschließend erfolgte dann eine Diskussion und Anpassung im internen Verbandskreis. Schöne Grüße Ben
  2. Pingback: BVCM definiert Social Media Berufsbilder | Social Media Superstar | Scoop.it

  3. Pingback: Social Media: Dachverband versucht Abgrenzung der Berufsbilder » t3n News

  4. Felix Barth 24. Juli 2012 at 18:15 Antworten
    Die Systematik ist durchaus durchdacht und einleuchtend. Dennoch bleibt insbes. die Unterscheidung zwischen Social Media Consultants und Community Managern m.E. wenig trennscharf, da es in der Praxis sowohl operativ als auch strategisch dermaßen viele Überschneidungspunkte gibt, die eine Trennung nahezu unmöglich machen. Das zeigt sich dann auch darin, dass man die Unterschiede in der Tabelle teils mit der Lupe suchen muss. Beispiel Online Krisenkommunikation: Moderation und Interaktion mit der Community sind im Krisenfall ein hochsensibles Thema. Daher bedarf jede Kommunikationsstrategie, die konkrete Unternehmensziele verfolgt, eine ebenso ausgereifte Krisenstrategie. Von daher ist Krisenkommunikation (2) für einen SoMe Consultant nicht hinreichend und muss deutlich ausgeprägter sein als bei einem überwiegend operativ tätigen Junior Community Manager. Ebenso sind in diesem Berufsbild (vor allem aus Agentursicht) Komeptenzen erforderlich, die bei den Seniors unter "Führung" gelistet werden. Ohne diplomatisches Geschick, Verhandlungskompetenz insbes. bei Verträgen, Budgets etc. und Kompetenz etwa in der Führung und Supervision externer Dienstleister sind zuvor entwickelte strategische Social Media Konzepte mit einem Kunden praktisch nicht in die Tat umzusetzen. Von daher wird die Einteilung mit Blick auf Agenturen, die Unternehmen strategisch beraten, der Realität nicht ganz gerecht.
  5. Ben Ellermann 25. Juli 2012 at 12:08 Antworten
    Moin Felix, vielen Dank für Deine Anmerkungen. Du hast zwei Punkte aufgeworfen, die wir bereits während der Erstellung der Berufsbilder recht kontrovers diskutiert haben. 1. Die Unterscheidung zwischen Community Managern und Consultants sehen wir vorallem auf der Achse "intern-extern". Während die Community Manager sich längerfristig mit einer oder mehreren Communities inhouse beschäftigen, ist der Berater nicht direkt in die Community Management Prozesse involviert. Deswegen sind bei letzteren Kunden/Markt- und strategische Orientierung stärker ausgeprägt. Erstere sind dagegen in aller Regel auch in leitender Funktion, weshalb der Bereich "Zusammenarbeit" stärker ausgeprägt ist. Außerdem unterscheiden sich die Ausprägungen verschiedener Attribute der Fach- und Methodenkompetenzentsprechend. Was Deine Anmerkung hinsichtlich der Krisenkommunikation angeht, gebe ich Dir recht. Hier müssen wir noch nacharbeiten. Mir fällt auf, dass im strategischen Segement noch gänzlich eine Komponente fehlt, die Richtung Kommunikationsstrategie geht. Dort wäre der Consultant deutlich stärker zu gewichten. Was hältst Du davon? 2. Was die Agenturfrage angeht: Wir haben die Bilder bewusst losgelöst von Agenturen entwickelt, da die Rollen sich dort noch viel mehr vermischen. Das hätte die ganze Systematik verwässert. Wenn eine Agentur einen klassischen CM im direkten Kundenkontakt einsetzt und kein SM-Manager (oder ein "normaler" Accountmanager) involviert ist, stimme ich Dir natürlich zu. Grundsätzlich ist uns klar, dass es in der Praxis diverse Überschneidungen geben wird. Die Systematik soll einfach dabei helfen, dass sich Arbeitgeber etwas detaillierte Gedanken über die zu besetzende Stelle machen als nur: "Wir brauchen einen SM-Heini!" Auf der anderen Seite wissen die Professionals eher, was sie bei verschiedenen ausgeschriebenen Stellen erwartet. Schöne Grüße Ben
  6. Eva Lutz 25. Juli 2012 at 19:39 Antworten
    Hallo Ben, danke für die Arbeit die ihr in die Aufstellung gesteckt habt. Job´s zu definieren ist nicht einfach, wie ich aus eigener Berufserfahrung als Personalmanager und Teamleiter für "German Rewards" nur allzu gut weiss. Genial wäre es, wenn ihr Euer Grid den Towers Perrin, Mercers und Hay´s dieser Welt vorstellen und um feedback und gehaltliche Eingruppierung bitten könntet. Diese Unternehmen bewerten Jobs, machen sie "vergleichbar" um dann anhand von definierten Jobprofilen Gehaltsbänder für den jeweiligen Job zu erheben - durch jährliche Umfragen, die sie mit Firmen durchführen und denen sie dann die Ergebnisse zurückspiegeln für deren Gehaltsrunde oder weitere interne Analysen und Gehaltsbewertungen. Auf lange Sicht könntet ihr damit auch sicher stellen, dass Eure Definition in den Unternehmen angenommen wird. Falls die Idee für Euch interessant erscheint und Du Kontakte brauchst, maile mir einfach kurz, ich helfe gerne weiter. Also nochmal, ein schöner Überblick, danke und viele Grüße aus München, Eva Lutz
    • Natalie 26. Oktober 2012 at 12:03 Antworten
      Gerade die gehaltliche Seite würde mich auch enorm interessieren. Habt ihr eine Schätzung der durchschnittlichen Gehälter auch bereits festgelegt?
    • Philipp Schuch 11. Februar 2013 at 10:01 Antworten
      Lurse HR Consultants hat im vergangenen Jahr erstmalig eine Studie "Online Media" durchgeführt, diese wurde stark auf die Bedürfnisse von Unternehmen in diesem Bereich zugeschnitten. Ralf Kuklik kann hier weiterhelfen: Lurse HR Consultants AG Fon: +49 (5258) 9818-33 Mail: rkuklik@lurse.de http://www.lurse.de/index.php?catalog=/benchmarking/verguetungsvergleiche/surveykalender_2013 P.S. Towers Perring gibt es seit dem 1.1.2010 nicht mehr. TP ist in einem Merger mit Watson Wyatt aufgegangen, der sich Towers Watson nennt. Und Hay hat zumeist keine guten Daten wenn es um Professionals geht. In diesem Fall kann nur ein deutsches Unternehmen die Anforderungen bedienen.
  7. riedeljana 25. Juli 2012 at 22:18 Antworten
    Hallo Ben, ich finde eure Ausarbeitung schon sehr detailliert. Sie gibt mir gute Anregungen für meine Beschäftigung mit dem Thema. Daher würde ich mich freuen, wenn wir den Austausch, gern auch was die Methode angeht, weiter vertiefen können. Ich verstehe eure Herangehensweise so, dass ihr von spezialisierten Berufsbildern ausgeht, die dann zentral im Unternehmen agieren. Ich verfolge den Ansatz, dass die Kompetenzen zur Kommunikation in Social Media Teil einer beruflichen Handlungskompetenz sind, die jeder Mitarbeiter zusätzlich zu seinem Fachwissen benötigt und dass vor allem die operativen Tätigkeiten abteilungsübergreifend und dezentral getätigt werden. So dass es für mich drei gröbere Anspruchsgruppen gibt: die Mitarbeiter im Allgemeinen, die Social-Media-Fachkräfte (die explizit mit Kommunikationsaufgaben betraut sind, also die "Operativen") und die Strategen (wobei ich hier auch sehr stark noch das Thema Erfolgskontrolle als Aufgabe sehe, welches mir bei euch noch sehr schwach ausgeprägt scheint). Viele Grüße, ich freue mich auf weitere Gedankenanstöße! Jana
  8. Ben Ellermann 26. Juli 2012 at 08:21 Antworten
    Guten Morgen, @Eva: Vielen Dank für das Angebot! Ich habe mir mal erlaubt, Dich für den weiteren Kontakt bei Xing hinzuzufügen. @Jana: Sehr gerne. Ich habe Dich auf Anhieb gerade nicht finden können. Meine Mailadresse ist oben hinterlegt, ansonsten findest Du mich bei Xing. Sonnige Grüße Ben
  9. Stefan Balazs 27. Juli 2012 at 16:17 Antworten
    Ich finde eure Initiative wichtig – obwohl ich den Weg noch nicht ganz richtig finde. Das kann aber auch daran liegen, dass man den Werdegang und Reifungsprozess der vorgelegten Tabelle natürlich nicht nachvollziehen kann und sich nur mit den Resultaten auseinandersetzen kann. Dabei scheint es mir wichtiger als Aufgaben- und Kompetenzlisten zu erstellen, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu anderen Berufsbildern ein- bzw. abzugrenzen. Von „Professionalisierung“ wollen wir ja schon mal gar nicht sprechen… Es wirkt ein bisschen so, als hätten sich drei kleine Jungs zusammen gesetzt, um festzustellen, welche Spielzeuge es alles gibt. Sie werfen alles, was sie haben in die Mitte, fassen gleichartige Dinge zu Gruppen zusammen und zählen dann aus. Es gibt kleine Autos, es gibt große Autos, es gibt Sachen, die was mit Eisenbahn zu tun haben, Kuscheltiere und Fußbälle. Von Puppen, Kinderwagen und Prinzessinnen-Hüte werden sie auf diese Weise nie etwas erfahren. Ich habe einen möglichen Alternativ-Zugang zu dieser Fragestellung in einem Blog-Beitrag umrissen http://anderesachen.blogspot.de/2012/07/berufsbild-social-media-ein-und.html um hier den Rahmen eines Kommentars nicht zu sprengen. Es ist natürlich nur eine (andere) Sichtweise auf dieselbe Frage, wobei die Frage an sich genau richtig und wichtig ist.
  10. Pingback: Social Media Blog | Social Media Wochenrückblick #66 mit @danielrehn und @roskos | Page: 1 | Social Media Blog

  11. Pingback: Community Management auf Facebook & Co.: 3+2 Tipps aus der Praxis | AKOM360 – Das Agentur-Blog

  12. Pingback: Anforderungsprofile an Social Media Manager

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