Keine Angst vor dem Shitstorm

Anders als der Titel es vielleicht vermuten lässt, meine ich damit nicht, dass man vor einem Shitstorm den Respekt verlieren und ihn untätig aussitzen sollte. Was ich vielmehr sagen will: Wenn es mal soweit ist, muss man nicht hyperventillieren und nicht in totale Panik geraten, als würde die Welt untergehen. Wenn es um das Thema „Shitstorms“ geht, drehen viele Social-Media-Verantwortliche frei, habe ich das Gefühl.

Warum keine Angst? 

Das, was von uns “Internetbewohnern” und Journalisten gemeinhin als Shitstorm bezeichnet wird, ist zwar in dem Augenblick, in dem es passiert, ziemlich unangenehm für die Betroffenen – aber mittel- und langfristig in der Regel vollkommen unschädlich. Selbst wenn man sich die größeren Internet-Shitstorms der letzten Jahre anschaut, kann man nicht sagen, dass eines der betroffenen Firmen mit Umsatzeinbußen oder mit Imageproblemen zu kämpfen hat oder hatte. Natürlich bedeutet das nicht, dass man dann einfach untätig bleiben oder die Empörten zusätzlich anstacheln sollte. Man muss aber eben auch nicht aus Angst komplett einknicken und alles akzeptieren, nur damit es aufhört.

Klar: Wir, die jeden Tag soziale Medien intensiv nutzen, können uns an Jack Wolfskin & Co. erinnern. Aber mal ganz ehrlich: Wenn man eine repräsentative Umfrage in einer beliebigen Fußgängerzone einer Großstadt machen würde, wie viel Prozent der Menschen würde dieser Shitstorm etwas sagen? Ich gehe ganz stark davon aus, dass man mit etwas Glück unter 100.000 Menschen lediglich einen findet, der weiß, worum es ging.

Selbst an den Vodafone-Shitstorm vor einigen Monaten, über den sogar das Lokalblättchen berichtet hat, wird sich wohl in einem Jahr keiner mehr erinnern und es wird sich wohl nicht messbar auf den Umsatz auswirken.

Auch wenn das Thema groß in den Mainstream-Medien breit getreten wird, ist es noch kein Weltuntergang. Schön ist es natürlich nicht – und man sollte versuchen es zu vermeiden – aber wie gesagt ist genau das auch kein Weltuntergang. Ein Beispiel für einen PR-Gau gefällig? Ein PR-Gau ist das, was die Firma BP mit der Deepwater-Horizon-Ölkatastrophe im Golf von Mexiko verursacht hat. Das Thema war Wochen und Monate Haupthema in den Medien – und der Imageschaden war groß. Sehr unangenehme Sache. Aber selbst der größte PR-Gau der letzten Jahre hat nicht dazu geführt, dass die Firma BP jetzt weniger Umsatz macht. Also, warum dann immer diese Panik vor dem Shitstorm? Besonders bei Barcamps und Konferenzen fällt mir immer wieder auf, dass das Thema auf reges Interesse stößt – vermutlich weil viel Angst und Unsicherheit bei den meisten Social-Media-Verantwortlichen herrscht. Mir ging es anfangs nicht anders, bis ich meinen ersten Shitstorm hinter mir hatte, den einige sogar als Erfolgsfall ansehen. Ich habe danach angefangen mir Gedanken darüber zu machen und bin letztendlich zu meinem Eingangs erwähnten Fazit gekommen.

Wo ein Shitstorm aus meiner Sicht gefährlich werden kann, ist in richtigen Communities. Genau dann, wenn man in einer solchen Community mit einer falscher Entscheidung/Reaktion seine Poweruser vor die Nase stößt, wohl möglich ganz vergrault und somit die ganze Community in eine lebensbedrohliche Lage bringt. Aber eine Facebook-Seite ist nun mal keine wirkliche Community!

Und wie man sich verhält, wenn es mal brennt, wird euch morgen im nächsten Beitrag Silke erklären!

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