Smiley, LOL & Co.: Online-Kommunikation trifft User

LOL – Ein Artikel über Smileys bzw. Emoticons. Über Abkürzungen wie ROFL, WTF – oder eben LOL. Und das bei einem professionellen Verband wie dem BVCM. Passt das zusammen?

Für mich ja. Denn bei uns geht es um Social Media und digitale Kommunikation – und all die LOLs und Smileys sind Elemente, die eben diese digitale Online-Kommunikation versuchen zu vereinfachen. Oder besser noch: Sie helfen dem User am anderen Ende der Leitung besser zu verstehen, was und vor allem wie wir ein Posting meinen.

Das Problem bei jeder Online-Kommunikation ist nämlich, dass uns eine Menge von dem fehlt, was wir im „echten Leben“ bei einem Face-to-Face-Gespräch haben: Wir wissen nicht, wer genau uns gegenüber sitzt. Wir sehen weder die Körperhaltung noch das Gesicht unseres Gesprächspartners. Und: Wir hören nicht, in welchem Ton der Sender sein Statement abgibt. All das aber hilft uns in der offline Welt einzuschätzen, wie wir einen Satz, eine Frage, ein Statement einzuordnen haben – und wie wir darauf reagieren müssen.

Und als wenn das noch nicht genug wäre, fehlen online zwei weiter Aspekte, die uns allen bei unserer täglichen Kommunikation helfen. Das erste Problem betrifft die soziale Präsenz – oder anders ausgedrückt: Die Aufnahmefähigkeit unserer User. Reden wir offline miteinander, konzentrieren wir uns voll und ganz auf unser Gegenüber. Online aber posten und kommentieren wir „on the run“ während wir Musik hören, in einer Schlange an der Kasse stehen oder sonst was machen. Wir sind also nur halb bei der Sache – und vor allem unsere User können da gerne mal was falsch verstehen.

Genau hier, bei dem diesem Verstehen, kommen das nächste Online-Problem. Denn wie wir – ganz generell gesprochen – etwas interpretieren, einordnen und darauf reagieren, hat mit unseren bisherigen Text-Erfahrungen zu tun. In einem Fachbuch zum Beispiel erwarten wir eine andere Art Text und vor allem andere Infos als in einem Zeitungsartikel. Der Journalist – auf der anderen Seite – hat gelernt, was wir erwarten und weiß wie er schreiben muss, damit wir den Text richtig verstehen. Denn in Jahrzehnten haben wir wiederum gelernt, verschiedenen Genres (Kommentar, Reportage, nachrichtlicher Text) zu interpretieren.

Das Internet aber ist noch verhältnismäßig jung, Social-Media-Plattformen sind quasi noch grün hinter den Ohren. Wissen wir als User also immer genau, wie wir einen Facebook-Kommentar zu interpretieren haben? Oder aus dem Blickwinkel des Community- und Social-Media-Managers: Wissen wir genau, wie unsere Fans und Mitglieder unsere Postings verstehen?

So, wie Journalisten über Jahrzehnte Standards für gute, verständliche Artikeln und PR-Manager Standards für Pressemitteilungen gesetzte haben, sind wir es, die die Regeln für die Social-Media-Kommunikation von morgen setzten.

Ob Smileys und Abkürzungen dazu gehören, liegt an uns. Für mich ganz persönlich allerdings helfen uns beide, unsere Messages verständlicher und persönlicher zu machen. Und ganz nebenbei entsteht mit einem simplen Doppelpunkt und einer Klammer die Basis für eine freundliche Konversation mit unserer Zielgruppe, unseren Fans. Und ein Großteil von ihnen wiederum nutzen Smileys und Abbkürzungen sowieso in ihrer persönlichen Online-Kommunikation. Warum also sollten wir die Finger davon lassen – natürlich ohne es zu übertreiben -, wenn wir doch genau auf diese persönliche Schiene setzen? Es muss halt nur passen. 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.