BVCMler im Fokus: Interview mit Ellen Möllerwessel

Eine der Hauptaufgaben, der wir uns im BVCM stellen, ist die Aufklärung über die Berufsbilder des Community Managers und des Social Media Managers. Wie könnte das besser gelingen, als die Professionals, die in diesem Bereich tätig sind, nach ihrem Arbeitsalltag zu befragen? Ich hatte das Vergnügen Ellen Möllerwessel über ihre spannende Arbeit bei NetMoms zu interviewen.

Ellen MöllerwesselEllen arbeitet seit 2008 im Community Management bei NetMoms, zunächst als Praktikantin und Aushilfe, seit drei Jahren leitet sie die Abteilung. NetMoms gehört zu den reichweitenstärksten Mütter- und Frauenportalen Deutschlands und bietet hochwertige Informationen, schnellen Austausch, einfaches Kennenlernen sowie einen umfangreichen Produkttestbereich.

 

Bitte stell Dich kurz vor, Ellen. Was sind Deine drei Hashtags?

#Netzmütter, #CommunityManagement, #Interkulturell

Wie bist Du zum Community Management gekommen?

Ehrlich gesagt ist das Community Management zu mir gekommen. Ich habe für mein Studium ein Praktikum im Marketing bei NetMoms gemacht. Dabei durfte ich auch in andere Abteilungen schnuppern und beim Community Management hat es einfach “Klick” gemacht.

Wo würdest Du arbeiten, wenn Du nicht bei NetMoms arbeiten würdest?

Würde ich nicht bei NetMoms arbeiten, wäre ich wohl Doktorand an einer Uni und würde Forschung zu Auslandsaufenthalten oder Migration betreiben. Gottseidank kann ich mein Interesse an fremden Kulturen auch prima in unseren internationalen Projekten ausleben!

Wie verbringst Du Deinen Arbeitstag?

Das ist schwer zu sagen. Von himmlischer Ruhe bis zum absoluten Aufreger kann jeden Tag viel passieren. Generell verbringe ich viel Zeit meines Tages in Meetings zur Abstimmung mit allen anderen Teams. Ansonsten bearbeite ich mit meinem Team jegliche Anfragen von Nutzern zur Seite und zur App über alle Kanäle, die zur Verfügung stehen. Vor allem bin ich jedoch konzeptionell unterwegs: Welche Information sollte wem wann und warum angezeigt werden? Das Surfen auf der Seite und das Lesen von Nutzerbeiträgen nimmt einen geringen Teil meines Tages ein, auch wenn Außenstehende das so nicht erwarten würden.

Warum bist Du im BVCM?

Der BVCM ist für mich der ideale Ort um Professionals im Bereich Community und Social Media zu finden. Wir arbeiten in einer sehr schnelllebigen Branche und der Kontakt zu anderen ist einfach immens wichtig. Es ist großartig, sich auszutauschen und von anderen zu lernen. Am Ende verstehen wohl nur Community Manager, was Community Manager an Problemen und Fragen haben.

In unserem Berufsalltag erlebt man viele spannende, aber auch kuriose Geschichten. Hast Du für uns eine Anekdote aus dem Arbeitsleben?

Ich habe hier in fast 8 Jahren schon viel erlebt, es gibt gar nicht die EINE Anekdote. Der folgende Artikel fasst aber ziemlich umfassend zusammen, was mich täglich zwischen Erheiterung und Verzweiflung schwanken lässt: Das passiert, wenn Mütter im Internet um Rat fragen.

Welche Tipps hast Du für Leute, die in den Job einsteigen möchten?

Im Community Management hat man viel Verantwortung. Man repräsentiert das Unternehmen gegenüber den Nutzern und die Nutzer gegenüber den Kollegen und dem Unternehmen. Gerade am Anfang halte ich es für sehr wichtig, dass man Kontakt zu anderen Community Managern sucht, um die Unsicherheit zu nehmen und in Notsituationen auch einfach einmal jemanden zu haben, der ähnliche Situationen schon gemeistert hat.

Welche Schwerpunkte und Fähigkeiten sind sinnvoll für Deinen Job?

Das Allerwichtigste ist wohl Empathie und Fingerspitzengefühl, es geht bei uns um hochemotionale Themen. Weiterhin ist analytisches Denken wichtig, um Zusammenhänge zwischen bestimmten KPIs zu erkennen und strategisch zu handeln. Gute Rhetorik, Flexibilität, Geduld und ein gewisser Forscherdrang (bzw. die Bereitschaft zur “Detektivarbeit”) haben auch noch nicht geschadet. Ganz speziell in meinem Fall wichtig ist das Verständnis des weiblichen Zyklus, ansonsten wäre jede Anfrage zur Zykluskalender-App ein unlösbares Rätsel.

Die digitale Welt ändert sich rasend schnell, wie denkst Du wird sich das Social Media Umfeld in den nächsten drei Jahren entwickeln?

Ich glaube, Personalisierung wird immer wichtiger werden. Statt Informationsüberflutung werden die Menschen auf sie zugeschnittene Angebote erwarten. Zudem wird sich das alles auf mobilen Endgeräten abspielen, daher werden Apps immer wichtiger werden.

Was wünschst Du Dir vom Verband?

Momentan geht es im Verband viel um Social Media Management oder Facebook. Das sind natürlich spannende und wichtige Themen. Allerdings fühle ich mich als Community Manager eines Portals teilweise wenig aufgehoben. Es wäre schön, wenn auch das Community Management ein bisschen mehr Aufmerksamkeit bekäme. Ein erster Ansatz liegt sicherlich darin, den Austausch unter den Mitgliedern noch zu befördern. Sicherlich überschneiden sich unsere Tätigkeiten viel mehr, als man erwarten würde. Nur das muss man erst einmal herausfinden können.

Welches Buch liest Du gerade?

Ich versuche die 2 Stunden Pendelzeit im Auto jeden Tag sinnvoll zu nutzen und höre mich daher gerade durch die Jahrhundert-Saga von Ken Follett. Gerade höre ich “Winter der Welt”.

Wie sich gezeigt hat, reisen wir beide sehr gerne. Welches wäre Dein liebstes Reiseziel?

Die sinnvollere Frage wäre wohl, welches Reiseziel mich NICHT interessiert. Prinzipiell ist Reisen einfach das Größte und es gibt nicht viel, was mich so gar nicht reizen würde. Da ich ein großartiges Auslandssemester in Schweden verleben durfte, werde ich allerdings für Skandinavien immer eine besondere Liebe hegen.

Welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf Dein persönliches Leben?

Ich habe schon seit Monaten kein einziges Mal mehr selbst Getränke in den 3. Stock getragen, ich kaufe häufig auch Lebensmittel im Internet. Ich weiß nur noch bei bestimmten Fernsehsendungen, dass sie im Fernsehen ausgestrahlt werden und wann. Alles andere schaue ich per Streaming-Dienst. Ich schaffe es ganz sicher, jeden Tag mehrere hundert Male auf mein Handy zu schauen, das finde ich selbst störend, weil es manchmal einfach besser wäre, sich auf die “echten”, lebendigen Personen um einen herum zu konzentrieren.

Kontakt zu Ellen herstellen? Kein Problem:

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