Darf ein Community/Social Media Manager Urlaub machen?

UrlaubViele Beiträge im Adventskalender in den vergangenen Tagen haben wertvolle Tipps zur Professionalisierung des Berufsbildes und für die tägliche Arbeit gegeben. Ich möchte ein wenig das persönliche der Kollegen beleuchten, nämlich ob ein Social Media/Community Manager auch Urlaub machen darf und kann.
Der 23. Dezember markiert für viele Arbeitnehmer den letzten Arbeitstag des Jahres, etwas dass oft nicht für Community Manager gilt. Es ist ein heikles Thema in der Generation “Always on” und im Tätigkeitsfeld Internet: Urlaub und abschalten.

Dies merkt man auch an zwei Sätzen die in Bezug auf arbeitsfreien Tage des Jahres fallen:

  • “Zwei Wochen ohne Smartphone und Internet, das hat echt gut getan”
  • “Ich hab das alles aus dem Urlaub geschafft”

Beide Sätze hat bestimmt jeder schon einmal gehört und wahrscheinlich auch schon selbst erlebt. Es gibt oft nur ein komplettes Abschalten aller Geräte mit einer einsamen Berghütte am Polarkreis oder dem Starbucks mit Wifi. Das liegt hauptsächlich daran, dass in vielen (besonders SMB) Unternehmen der Community oder Social Media Manager eine Einzelkämpfer Position einnimmt. Damit wird eine Facebook-Seite oder eine Community zum eigenen heißgeliebten Projekt, dass ohne eigenes Zutun wahrscheinlich sofort in Flammen aufgehen würde.
Soweit die Theorie. Welche konkreten Lösungen gibt es, um dennoch den Urlaub genießen zu können?

Frösche beim baden

Die ImadU-Lösung (“Ich-mach’s-aus-dem-Urlaub”)
Ich selbst habe mich auch schon einmal den Satz sagen hören, “Urlaub ist das, wo ich mir aussuchen kann, von wo ich arbeiten möchte”. Natürlich mag das Leben eines digitalen Nomaden auf Zeit durchaus spannend sein, es bleibt aber Arbeit. Natürlich lässt sich sich durch vorbereiten, weiterleiten und teilweises delegieren die Arbeit auf ein Minimum reduzieren, der Urlaub soll aber, so steht es auch in den meisten Arbeitsverträgen, zur Erholung genutzt werden. Falsches Pflichtbewusstsein und Unersetzbarkeits-Gefühl führt dazu, dass man unkreativer und unproduktiver wird, seinen Job also langfristig schlechter macht.

Urlaubsvertretung durch eine Agentur oder einen Freelancer
Der Vollständigkeit halber. Natürlich ist mir absolut bewusst, dass ein Großteil des Social Media Jahresbudgets nicht für eine Agentur ausgegeben werden kann. Auch könnte die Qualität unter den fehlenden Produktkenntnissen und richtigen Ansprechpartner leiden. Trotzdem bietet ein guter Community Manager der interimsmäßig durch eine Agentur eingesetzt wird einen entscheidenden Vorteil: Die Person ist vom Fach.
Wenn man also Angst vor unglücklichen oder ausfallenden Kunden hat, ist diese Lösung wohl doch die bessere als die Nachfolgende.

Den Kollegen die Aufgaben übergeben
Immer wieder gehen schlechte Community-Management Beispiele viral, die uns zeigen sollen, das eben selbiges elitär ist und nicht von jedem erledigt werden kann. Eine pauschale Aussage, die wohl davon abhält einfach mal den passenden Kollegen zu fragen, ob er übernehmen kann. Mit einem Redaktionsplan, einem Q&A Dokument, sowie einem Leitfaden zur Tonalität sollten den Kollegen ausreichend darauf vorbereiten. Jedoch auch für den Kollegen und euch klar sein, dass ihr im Urlaub seid. Hint: Wenn während der Urlaubszeit doch Fragen auf den Plattformen auftauchen sollten die nur ihr beantworten könnt ist das entweder ein Anzeichen für
A: eine schlechte Vorbereitung der Kollegen
B: ein unterpriorisiertes Social Media im eigenen Unternehmen

Urlaub, auch für die Facebook-Page
Zugegeben, ein etwas älteres Beispiel. Vor mehr als drei Jahren machte die Facebook-Seite der Deutschen Flugsicherung, zusammen mit dem Social Media Verantwortlichem Florian Urlaub. Für mich eine sehr elegante Lösung mit Transparenz die Kunden einzubinden. Natürlich gibt es auch direkt einen Link zu den anderen Kommunikationskanälen, sodass Anfragen immer noch bedient werden können.

Deutsche Flugsicherung Urlaub
Urlaub für die Facebook-Seite? Durchaus möglich.

Die positiven Rückmeldungen, aber auch das ausbleiben von negativen Kommentaren deutet zumindest an, dass dieser Weg zumindest von der Community angenommen wird. Die unternehmensinterne Sicht, kann sich da schon unterscheiden. Die Frage ist, ob ein Unternehmen, dass hinter einer Facebook-Seite steht, dies als unprofessionell betrachtet und die Lösung deshalb ausschließt.

Natürlich lassen sich verschiedenen Lösungsansätze auch kombinieren, allerdings sollte eines im Vordergrund stehen: euer Urlaub

tl;dr
Es kann schwer sein als Community oder Social Media Manager das Verantwortungsbewusstsein für das eigene Baby “Community” abzuschalten, dennoch wird genau das immer wichtiger. Jede Lösung sollte aber die eigene Erholung als Ziel haben, denn nur so bleibt man effektiv und verliert nicht den Spaß am Job.

Ach ja: Schöne Weihnachtsfeiertage und einen entspannten Urlaub. 😉

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