Wie ich nach der Social Media Akademie meinen Blog aufbaute

BVCM AdventskalenderAls ich noch in der Werbeagentur arbeitete und täglich Artikel für den Blog des IT-Konzerns Fujitsu über Cloud Computing, Server, Tablet PCs und Notebooks schrieb, träumte ich davon einmal nur für mich selber zu schreiben – ohne 1000 Guidelines, Freigaben und Themenvorgaben. Nach der Kündigung in der Agentur nutzte ich gleich die Chance und meldete mich bei der Social Media Akademie an. Ich wollte endlich lernen, wie Social Media richtig geht, bisher hatte ich es mehr nach dem Prinzip „Learning by Doing“ praktiziert. Schließlich war im Alltag nie Zeit für Weiterbildung.

Gleichzeitig mit Beginn der Weiterbildung stellte ich meine Ernährung auf vegan um. Ich verbrachte viel Zeit in den sozialen Netzwerken, vor allem in Gruppen zu den Themen Social Media und vegane Ernährung – das waren meine beiden neuen Leidenschaften. Täglich übte ich Community Management in Diskussionen auf Facebook zwischen Fleischessern und Veganern. Ich sah das mehr als Übung an, ich wollte nie einer von den Hardcoreveganern werden.

Vegan Food

Da die vegane Ernährung für mich totales Neuland war, las ich den ganzen Tag Artikel darüber im Internet und teilte diese in meiner Lieblingsgruppe „Vegans to Go“ von Attila Hildmann mit großer Resonanz. Also dachte ich mir, warum teile ich diese Artikel nicht auf einer eigenen Facebook-Seite? Da ich ja wegen der Jobsuche keine Unternehmensseite zum Üben hatte, konnte ich so beides miteinander verbinden. Am 25. Februar dieses Jahres ging meine Seite „Ist das vegan oder kann das weg?“ online und ich teilte meinen Freunden in den Gruppen höflich mit, dass sie meine beliebten Links nun auf meiner Seite finden.

Das Reichweitenproblem bei Facebook

Wie ich es in der Akademie gelernt hatte, gab es Top-Posts und Flop-Posts, und ein Flop bleibt ein Flop, da hilft auch kein Sponsoring. Philip Roth wurde in einem Chat mal gefragt, ob man denn eine Facebookseite auch ohne Budget aufbauen könne? Er antwortete, es sei sehr schwer und würde sehr lange dauern. Ich teilte sehr gute Beiträge beispielsweise von der Süddeutschen Zeitung zum veganen Trend, beobachtete, und wenn die organische Reichweite schon sehr gut war, sponserte ich den Post mit 1 bis 2 Euro für ein paar Tage.

Mein bester Beitrag war „Bundesrat will Pelztierhaltung in Deutschland verbieten“ mit einer Reichweite von 19.000 organisch und 23.000 bezahlt, 1800 Gefällt mir, 41 Kommentaren, 63x Teilungen und 1900 Interaktionen. Diesen hatte ich mit 22 Euro etwa 2 Wochen laufen lassen.

Mit 5 Euro erreichte ich mit dem Beitrag „Veganer Trend – Fleischkonsum geht zurück“ eine organische Reichweite von 3000 und 5000 bezahlt, 123 Gefällt mir, 12x geteilt, 381 Klicks und 3 Kommentare. Schritt für Schritt wuchs meine Fananzahl und ist heute bei 816 angelangt. Vor einer Woche hatte ich noch etwa 550. Dann passierte das, was für mich die Faszination der sozialen Medien ausmacht – das sie bis zu einem gewissen Grad unberechenbar sind. Irgendjemand hatte einen veganen Witz, den ich im März gepostet hatte, geteilt. Er verbreitete sich, wurde bisher 331x geteilt und ich konnte dabei zu sehen, wie meine Fananzahl von Minute zu Minute wuchs.

Twitter und Instagram

Parallel zur Facebook-Seite richtete ich auch einen Twitterkanal ein, folgte anderen veganen Kanälen, richtete mir einen Google Alert ein und timte jeden Montag interessante Beiträge für die ganze Woche bei Hootsuite. Dort gibt es auch eine kostenlose Version für bis zu 3 Kanäle, leider ohne Monitoring. Aber für Twitter brauche ich das nicht. Meine Followerzahl wuchs stetig und ich twitterte jedes Mal live mit, wenn es beispielsweise bei Lebensmittelcheck oder Hart aber Fair um relevante Themen ging. So wie letzten Montag zum Thema Rindfleisch. Inzwischen habe ich 500 Follower.

Den Instagramkanal gründete ich vor dem veganen Sommerfest in Berlin im August und postete dort 3 Tage lang Impressionen. Dieser Kanal ist noch ausbaufähig, dafür beschäftige ich mich gerade intensiv mit dem Thema Foodfotografie, da ich für meine Rezensionen gute Bilder der Gerichte brauche.

Gründung des Blogs

Viele gründen erst einen Blog und dann die dazugehörigen Social Media-Kanäle. Da ich aber in Vollzeit den Fujitsu-Blog betreut hatte, wollte ich mir erst keinen eigenen ans Bein binden. Ich wusste nicht, ob ich ihn mit einem neuen Job noch betreuen konnte, und wollte keine Blogleiche werden. Aber im September registrierte ich trotzdem die Domain Istdasvegan.eu und suchte mir das Theme Apostrophe bei WordPress raus, da es ein klares Design und alles bot, was ich brauchte. Mithilfe eines Videotrainings von Video2Brain richtete ich ihn ein und veröffentlichte am 17. September den ersten Beitrag über eine Kochshow auf dem Sommerfest.

Was ist mein Konzept?

Nach einem Jahr intensiver Auseinandersetzung mit der veganen Szene hatte ich für mich die Erkenntnis gewonnen, dass ich keinen Food- oder Lifestyle-Blog betreiben wollte. Mein Ziel ist es, Menschen über vegane Ernährung zu informieren aber eher im Stil einer seriösen Zeitung. Schließlich war ich fünf Jahre freie Mitarbeiterin von regionalen Tageszeitungen und mit Leib und Seele Journalistin.

Fair Vegan

Ich berichte über vegane Messen und Veranstaltungen, lausche den Vorträgen und schreibe darüber. Neulich über einen Vortrag einer Kinderärztin über vegane Ernährung von Kindern, bald erscheint ein Beitrag über Rechte von Veganern mithilfe eines Anwalts sowie über vegane Ernährung von Hunden und Katzen. Ich besuche im April die VegMed, ein medizinischer Kongress für Medizin und vegane Ernährung. Mein Redaktionsplan ist schon bis März einigermaßen gut gefüllt. Das Feedback von meinen Lesern ist durchweg positiv und ich habe noch viele gute Ideen. Momentan habe ich nur etwa 2000 Seitenaufrufe im Monat.

Nebenbei rezensiere ich Bücher, Filme und Brettspiele, recherchiere, welche Produkte von beliebten Marken vegan sind und möchte bald Interviews mit bekannten Menschen führen, die vegan oder vegetarisch leben. Im Grunde sitze ich jetzt wieder den ganzen Tag am Rechner und mache das Gleiche wie für Fujitsu – nur für mich und eine gute Sache, hinter der ich mit viel Leidenschaft stehe.

 

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