Der Community Manager, das unbekannte Wesen

BVCM AdventskalenderJeder von uns kennt es: Man ist auf einer Party eingeladen, es werden fleißig Hände geschüttelt und man wird anderen Gästen vorgestellt. Unweigerlich folgt irgendwann die Frage: „Und, was machst Du so beruflich?“

Jetzt wird es spannend, denn die Antwort „Community Manager“ löst in der Regel zunächst ein verständnisloses „Was!?“ aus. Nachdem man es noch einmal wiederholt hat, der Gesprächspartner sichergegangen ist, dass er die Berufsbezeichnung richtig verstanden hat, geht es weiter. Je nach Online-Affinität des Gegenübers erlebte ich schon Reaktionen von einem sehr interessierten „Was macht man denn da?“ bis zum abgeklärten „Ach, das ist doch wie Social Media Manager, bisschen Facebook surfen, ne?“

Was macht denn nun eigentlich der Community Manager?

Wie schon der Artikel „Same, same but different: Community-Manager ist nicht gleich Community-Manager“ von Tanja Laub aufzeigt, unterscheiden sich die konkreten Tätigkeiten von Community Managern je nach Plattform und Zielgruppe enorm. Grundsätzlich meistern Community Manager dabei die folgenden Aufgabenbereiche:

  • Community Manager sind die Schnittstelle zwischen den Nutzern der Community und der Organisation, die diese bereitstellt. Dabei sind sie das Gesicht des Unternehmens, führen den direkten Dialog mit den Nutzern und tragen deren Belange in die Organisation hinein.
  • Der Auf- und Ausbau der Community durch einen stetigen Zulauf von neuen Nutzern ist eine weitere Kernaufgabe des Community Managers.
  • Zu den Aufgaben eines Community Managers gehört ebenso die vorhandenen Community-Mitglieder zu motivieren, gute Inhalte in die Community einzubringen und sich generell aktiv zu beteiligen.
  • Das stetige Monitoring und die Analyse von Stimmungen und Themen rundet den Verantwortungsbereich des Community Managers ab.

Wie diese Aufgabenbereiche konkret ausgestaltet sind, variiert wie erwähnt sehr stark. Der Arbeitsalltag zweier Community Manager kann entsprechend sehr unterschiedlich aussehen, bewegt sich aber immer im oben genannten Feld. Genau dieser Kern macht den Unterschied zu dem Berufsbild des Social Media Managers.

Social Media- und Community Management, ein großer Unterschied!

Community und Social Media Manager sind zwei eigenständige Berufsbilder. Ausführlich könnt Ihr Euch die Rollenbeschreibungen und Anforderungsprofile in unseren BVCM Berufsbildern herunterladen. In der Quintessenz ist der Social Media Manager für den strategischen Rahmen des Social Media Engagements zuständig und gibt dabei Richtung und Ausrichtung für die Inhalte vor. Der Community Manager ist für die operative Umsetzung der Social Media Strategie, sowie den direkten Dialog mit den Nutzern zuständig.
In der Realität trifft man noch oft auf Personen, die in Personalunion für beide Aufgaben zuständig sind. Das liegt oft daran, dass weder Unternehmen, noch den Angestellten klar ist, dass es sich um zwei Berufsbilder handelt. Das Ergebnis ist meist zu wenig Zeit für beide Rollen und viel Luft nach oben, was den Erfolg des Engagements angeht. Da die Bedeutung und Möglichkeiten von gutem Community Management oft unterschätzt werden, liegt der Fokus schnell auf der Redaktion statt dem Dialog mit der Community.  Dabei ist dieser einer der besten Möglichkeiten die eigene Marke in den sozialen Medien zu präsentieren.

Warum ist Community Management so wichtig?

Wenn von Community Management die Rede ist, wird oft nur über die Moderation gesprochen, den Teil in dem der Community Manager auf seine Nutzer aufpasst, um zum Beispiel „Hate Speech“ oder Trolle zu vermeiden. Dieser Aspekt ist eine gut fassbare Aufgabe, die selbst Laien gut nachvollziehen können und wo jeder CM die eine oder andere Anekdote in petto hat.

Gutes Community Management ist allerdings weit mehr als das. Ein Community Manager hat eine große Verantwortung sowohl dem Nutzer als auch dem Unternehmen gegenüber. Er vertritt die Belange der Nutzer vor der Organisation und wiederum die Belange der Organisation vor dem Nutzer. Er ist derjenige, der oft sogar mit seinem Namen und Bild wirklich sichtbar ist für die Menschen, die die Community frequentieren. Sein Verhalten hat einen großen Einfluss darauf, wie die Marke wahrgenommen wird. Kümmert der Community Manager sich wirklich mit Engagement um seine Nutzer und sorgt für eine angenehme Diskussionskultur überträgt sich diese positive Konnotation auf die Marke.  Ein Gefühl, dass für viele überhaupt der Grund ist, sich einer Community anzuschließen.

Bei der eigenen Community hört unsere Verantwortung meiner Meinung nach allerdings nicht auf. Ich bin der Meinung, dass eine der wichtigsten Aufgaben eines Community Managers sein muss, sich auch außerhalb seiner eigenen kleinen Community-Welt für den Berufsstand des Community Managers einzusetzen. Ich glaube, hier kann jeder einen Beitrag leisten und sei es nur, auf einer Party Begeisterung für unseren Beruf auszulösen.

Was meint ihr, wie können wir gemeinsam erreichen, dass unser Berufsstand mehr Aufmerksamkeit bekommt und professionalisiert werden kann?

 

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