Es muss nicht immer das Katzenbaby sein

BVCM AdventskalenderErfolgreiche Facebook-Seiten erkennt man nicht an der Anzahl der Fans, sondern daran, wie die Nutzer mit Posts der Seite interagieren. Leider geht die Interaktionsrate bei vielen Pages in den letzten Jahren kontinuierlich zurück. Folgen dieser Entwicklung sind in der Regel auch sinkende Reichweitenzahlen und ein gehemmtes Fanwachstum. Mit ein paar einfachen Mitteln kann man dafür sorgen, dass Interaktion weiter vorhanden ist und die Reichweite nicht sinkt.

Warum ist der User bei Facebook?

Zuallererst sollte man sich bewusst machen, dass ein Nutzer in der Regel bei Facebook nicht ist, um sich über Produkte zu informieren oder Nachrichten zu konsumieren. Man ist dort, weil man sich dort leicht unterhalten lassen kann, sich über und mit seinen Freunden austauschen kann oder Event-Einladungen bekommen hat, Dinge kaufen/verkaufen möchte etc. Otto Normalnutzer wartet normalerweise nicht drauf, dass die Seite XY endlich mal wieder ihr neuestes Produkt „Supertollundkaufmich“ bewirbt oder eine Nachrichtenseite über die neuesten Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt berichtet. Wer bei Facebook ist, möchte von Fanpages unterhalten werden, wenn dann nebenbei noch eine Information oder eine Prämie abspringt, dann umso besser.

Katzenbabys sind die Lösung?

Catcontent ist das Zauberwort, das in diesem Zusammenhang in aller Munde ist. Damit meint man nicht nur Katzenbaby-Fotos, sondern u.a. auch jedweden Unterhaltungs- bzw. Emotionscontent, der auf den ersten Blick nichts mit dem eigentlichen Inhalt der Seite zu tun hat. Mit ein paar wenigen Tricks schafft man es, solchen Catcontent sinnvoll in seine Posting-Strategie mit einzubauen, ohne den Markenkern zu verwässern. Eure Mitbewerber um den besten Platz im Stream agieren bereits mit dieser Art von Content, es wäre deswegen (leider?) töricht, wenn ihr darauf verzichten würdet.

Ikea mit klassischem Catcontent-Video

Der Newsstream-Algorithmus

Man sollte sich zu Beginn folgende Grundüberlegung vor Augen führen:der Newsstream-Algorithmus von Facebook misst permanent, mit welchen Posts, Seiten, Nutzern ein User interagiert. Seiten, deren Posts von einem Nutzer nicht mehr beachtet, kommentiert, geteilt werden, erscheinen zukünftig weniger

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Die SZ zeigt, wie man auch Nachrichten-Themen in Bildformate packen kann.

prominent im Stream des jeweiligen Lesers. Das kann dazu führen, dass schon nach drei bis vier ausgespielten, aber nicht „beachteten“ Beiträgen die Seite aus dem Newsstream des Facebook-Accounts verschwindet. Um diesen Nutzer wieder für sich zu gewinnen, muss man im Folgenden entweder massiv in Paid-Content investieren oder auf Gevatter Zufall hoffen. Wenn man nun alle drei bis vier Beiträge einen Post erstellt, der es dem Nutzer ermöglicht, eine schnelle Reaktion im Form eines Likes zu hinterlassen oder gar den User animiert, den Post weiter zu teilen, dann suggeriert man Facebook, dass die Fanpage weiterhin Relevanz bei dem Nutzer genießt und somit deren Content weiter prominent im Newsstream ausgespielt werden sollte. Zwar garantiert das nicht, dass mit dem „ernsthaften“ Content der Seite dann auch tatsächlich stark interagiert wird, aber zumindest wird er organisch weiter sichtbar für den Nutzer ausgespielt.

Catcontent und was es sonst noch sein kann

Unterhaltender Content muss nicht immer aus lustigen Tiervideos oder sinnfreien Zitaten oder Sprüchen bestehen. Unterhaltend kann auch ein Live-Video aus einer Redaktionssitzung, das typische Sonnenaufgangs- oder Sonnenuntergangsbild, ein Ratespiel („Welches Auto verbirgt sich hinter diesem Außenspiegel?“ oder „Wo wurde dieses Foto gemacht?“ etc.), Straßenumfrage-Videos oder auch der Lieblingscocktail des Chefs. Denkt abseitig, blickt über den Tellerrand und traut euch einfach, auch mal Content zu posten, der bewusst mit dem Markenimage bricht.

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Netto spielt gerne mit unterhaltenden Bildposts

Emotionalität ist das Zauberwort

Ein guter Facebook-Post – egal ob nun Catcontent oder ernster Inhalt – braucht folgende Kernelement:
Er sollte kurz und knackig sein, er sollte leicht zu verstehen sein, er sollte eine gewisse Emotionalität rüberbringen und (sofern man den Nutzer zu einem Klick animieren möchte) er sollte nicht alles bereits im Teaser, Titel und Statustext verraten.
Gerade der Punkt „Emotion“ ist jedoch entscheidend. Sachliche, neutrale Beiträge bekommen meist deutlich weniger Klicks oder Reaktionen, als Posts, die beim Nutzer Freude, Trauer, Wut oder Angst auslösen. Besonders freudiger Content sorgt für viele Likes und auch Shares. Oftmals reicht es auch schon aus, den Status-Text durch eine Frage oder Aufforderung so anzupassen, dass beim Leser eine gewisse Emotion ausgelöst wird. Auch die passende Bildwahl spielt eine enorm große Rolle.

Fazit

Es muss nicht immer die Katze sein. Unterhaltender Content besteht aus mehr, als lustigen Tiervideos oder sinnfreie Sprüche-Bilder. Richtig verpackt kann auch wichtiger Inhalt unterhaltend und emotional an den Nutzer gebracht werden. Wichtig ist nur, dass man auch mal über den Tellerrand blickt und offen für neue Formate ist. Spielt mit euren Ideen, experimentiert und gebt nicht gleich auf, wenn es die ersten Male nicht so funktioniert, wie ihr es euch wünscht.

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