Kristina Müller – Senior Social Media Managerin bei UNICEF  –  beantwortet unsere Fragen im BVCM-Interview

Welche Ausbildung hast Du gemacht?

Fragt mich jemand nach meinem Abschluss, zögere ich immer ein wenig: Erziehungswissenschaftlerin M.A. hat wenig mit dem zu tun, was ich in meinem Berufsleben bisher getan habe. Für meine Jobs im Kommunikationsbereich habe ich mich in Pressearbeit, Onlinekommunikation und zur Social Media Managerin Advanced fortgebildet.

Wo und in welcher Position arbeitest Du?

Ich bin Senior Social Media Managerin bei UNICEF Deutschland in Köln.

Wie bist Du dorthin gelangt?

Angefangen habe ich als Praktikantin in der Kommunikationsabteilung. Ein Praktikum war nicht das, was ich mir damals vorgestellt habe, um nach der Uni in das Arbeitsleben zu starten. Aber es war der Beginn einer spannenden Reise. Ich war Mitarbeiterin in der Presseabteilung und habe dort von Assistenzaufgaben und Projektarbeit bis hin zur Onlinekommunikation sehr vielfältig arbeiten und Erfahrungen sammeln können. Vor sechs Jahren habe ich mich auf die Social-Media-Kommunikation spezialisiert und sie für die Organisation strategisch auf- und ausgebaut.

Wieviele Mitarbeiter gibt es in Deinem Bereich?

Wie in vielen Unternehmen lief auch bei uns Social Media früher „nebenher“. Mit der wachsenden Anzahl von Kanälen, Aufgaben und Erwartungen gab es glücklicherweise ein Umdenken. Inzwischen sind wir ein Team von sechs Personen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?

Mal sitze ich in meinem Wohnzimmer, mal in unserem Büro in Köln-Zollstock. Der Morgen beginnt meist mit Kaffee und einem „Hallo-GIF“ in unserem teaminternen Chat. Dann checke ich meine Mails. Im Social-Media-Team haben wir Schnittstellen zu fast jeder Abteilung – das bringt eine Menge an kreativem Austausch, Absprachen und Projekten mit sich. Was zu jedem Tag dazugehört: Ein Blick auf Kommentare und Aktivitäten der Community mithilfe unseres Social-Media-Management-Tools und in den Apps, die Planung und Produktion von Content für Instagram, Facebook und Twitter, das Arbeiten mit Kolleg:innen an aktuellen größeren Projekten, wie zum Beispiel aktuell dem internationalen Tag der Kinderrechte am 20. November, und auch ein Blick auf Insights und Kennzahlen.

Welche Aufgabenbereiche erfüllst Du?

Ich bin involviert in alle Bereiche – von Community Management und Redaktionsaufgaben über Monitoring, Risikokommunikation oder Qualifizierungsangeboten bis hin zu inhaltlicher und strategischer Weiterentwicklung unserer Social-Media-Kanäle.

Was sind die Dos und Dont’s in Deinem Beruf?

Unterschätze niemals den Aufwand, guten Content zu kreieren und habe ein Ohr für deine Communities. Dazu gehört auch, mit kritischem Feedback umzugehen. Wir erfahren immer wieder Gegenwind zu unseren Themen aus der Entwicklungszusammenarbeit und Kinderrechtearbeit – da ist es nicht immer leicht, das nicht zu nah an sich ran zu lassen.

Und bei all der Komplexität und Detailfülle in der Social-Media-Arbeit ist es besonders wichtig, Ziele zu definieren und Prioritäten zu setzen.

Welchen Tipp hast Du für Neueinsteiger?

Ich habe von Anfang an viele Optionen genutzt, um auf dem Laufenden zu bleiben und mich inspirieren zu lassen: Facebook-Gruppen für Social Media Manager:innen, Newsletter und Veranstaltungen wie zum Beispiel vom BVCM. Viele Social Media Expert:innen teilen auf Twitter und LinkedIn ihr Wissen. Besonders gefallen haben mir BarCamps, die ich erst durch meine Arbeit als Social Media Managerin kennengelernt habe. Ihr informeller Charakter bietet tolle Möglichkeit zum Vernetzen und Austauschen.

Welche Must-have-Kompetenzen muss ein Community oder Social Media Manager:in haben?

Für mich sind das vor allem Empathie, Kreativität und strategisches Denken. Dann kannst Du mit spannendem Content und Dialog viele Menschen erreichen. Ohne Neugier und Flexibilität geht es nicht, denn die Welt der sozialen Netzwerke dreht sich schnell und ändert sich stetig. Sich davon aber auch mal eine Auszeit zu nehmen, ist auch wichtig!

Fazit

“Bei dem Balanceakt zwischen Erwartungen, Möglichkeiten und Chancen, den sicherlich alle Social Media und Community Manager:innen kennen, wird es selten langweilig. Ob Bildbearbeitung und Redaktionsarbeit, Tools, Technik & Analysen, Strategiekonzepte oder Communitybuilding – die Welt der Social Media und Community Manager:innen ist und bleibt bunt!”

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