Geschichte

Der Grundstein für die formelle Gründung des BVCM wurde im Rahmen des ersten Community Camps im Jahre 2008 in Berlin gelegt. Tom Noeding hatte damals bereits im Vorfeld des Camps als erster die Idee, die Community Manager seiner Zeit miteinander zu vernetzen. Schnell steckte er Silke Schippmann, Daniel Langwasser, Linda Konter, Mark Ralea, Stephan Mosel und Bianca Oertel mit seiner Idee, einen offiziellen Verband als eingetragenen Verband zu gründen, an. Silke Schippmann erläutert:

 Ich habe von Toms Idee einer solchen Gründung gehört und war sofort begeistert. Ein erklärungsbedürftiger Berufsweg, der zu dem Zeitpunkt noch der Weg des Einzelkämpfers war, und doch sehr spezifisches Wissen, Fähigkeiten und Belastungen mit sich brachte – schrie förmlich nach der Gründung eines dezidierten Berufsverbandes.

In der Gründungspräsentation wurden fünf Motivationen für die Gründung des Verbands festgehalten:

  1. Es gibt keine qualifizierte Berufsausbildung für Community Manager
  2. Es fehlt ein Angebot für Fort- und Weiterbildungen
  3. Haftungs- und Rechtsfragen sind weitestgehend ungeklärt
  4. Berufsvorbilder „Best of Class“ sind unbekannt
  5. Das Berufsbild und die entsprechenden Anforderungen für Community Manager sind weitestgehend unbekannt bzw. schwammig

Nach zwei von Formalien geprägten Monaten gab Tom schließlich am 08. Januar 2009 per Blogpost bekannt:

Jetzt haben wir’s schriftlich: Die Eintragung des BVCM ins Vereinsregister beim Amtsgericht Frankfurt am Main ist am 08. Januar 2009 erfolgt. Der bisherige Zusatz “in Gründung” gehört damit der Vergangenheit an und wir dürfen ab sofort offiziell Mitglieder aufnehmen.

Bis zum Ende des ersten Verbandsjahres wuchs die Zahl der Mitglieder auf knapp 30 an; eine schöne Gemeinschaft, in der man sich vertrauensvoll und auf hohem fachlichen Niveau austauschte. In den kommenden zwei Jahren wuchs die Zahl der Verbandsmitglieder relativ konstant, so dass wir an unserem dreijährigen Verbandsjubiläum im Rahmen des Community Camps 2011 auf einen Verband mit fast 60 Mitgliedern blicken konnten.

BVCMler Mitgliederentwicklung BVCM
Mitgliederentwicklung des BVCM

 

Inzwischen war bereits die zweite „Legislaturperiode“ des BVCMs herangebrochen. Tom Noeding, Silke Schippmann und Mark Ralea lenkten die Verbandsgeschicke zwischen Oktober 2008 und Oktober 2010. Tom ließ sich für die darauf folgende Periode nicht mehr aufstellen, woraufhin Silke den Vorsitz übernahm und Daniel Langwasser ihre Position als 2. Vorsitzende antrat. Linda Konter unterstützte fortan in Sachen Öffentlichkeit. Die Position des Schatzmeistern bekleidete in beiden Perioden Mark Ralea.

Eine, für die weitere Entwicklung des Verbands wegweisende, Entscheidung wurde während eines Workshopwochenendes im Februar 2012 in Berlin getroffen. Unter der Leitung des neuen Vorstands – Florian Stöhr (1. Vorsitzender), Linda Konter (2. Vorsitzende) und Daniel Langwasser (Schatzmeister) – beschlossen wir im Rahmen einer Mitgliederversammlung, fortan einen Claim zu führen. Aus dem „Bundesverband Community Management e.V.“ wurde offiziell der „Bundesverband Community Management e.V. für digitale Kommunikation und Social Media. Der Grund für diesen Zusatz war der berufliche Wandel eines großen Teils unserer Mitglieder, sowie die steigende Verbreitung von und Nachfrage nach Social Media Management. Viele deutsche Unternehmen haben im Jahr 2011 Social Media Manager oder anders bezeichnete Social Media Professionals eingestellt. Social Media Management war damals etwas ganz neues: Ein neuer Berufszweig, der sich aus dem Bedarf der Unternehmen entwickelte. Qualifizierte Fachkräfte gab es indes eher weniger. Durch die thematische Nähe zum Community Management bekleideten in der Folge häufig Personen, die bisher als Community Manager tätig waren , die ersten Social Media Management Stellen. Unter diesen Personen waren nicht wenige BVCMler, die nun also „Social Media Manager“ auf ihren Visitenkarten stehen hatten. Mit unserem neuen Claim wollten wir verdeutlichen, dass wir als Verband nicht nur Community Managern eine „Heimat“ bieten, sondern auch Anlaufstelle für Social Media Manager sind.

Trotz der Nähe von Social Media- und Community Managerinnen und Managern gibt es gravierende Unterschiede zwischen beiden Berufsbildern. Aus diesem Grund haben wir im Sommer 2012 einen Vorschlag für die entsprechende Differenzierung erarbeitet, indem wir die benötigten Kompetenzen und Fähigkeiten in einer umfangreichen Matrix dargestellt haben. Letztere hat einen konstruktiven öffentlichen Diskurs erzeugt und wurde von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gleichermaßen dankbar als Orientierung aufgenommen.

Im Frühjahr 2013 hat der BVCM eine umfangreiche Zusammenarbeit mit Robert Bosch gestartet. Bei BOSCH hatte sich ein Team intensiv mit der Definition des Berufsbilds des sog. internen Community Managers (auch Corporate Community Manager genannt) beschäftigt, ein wichtiger Baustein der Enterprise 2.0 Offensive des Konzerns. Gemeinsam haben wir diese Ergebnisse unter Betrachtung der BVCM Berufsbilder des klassischen Community Managers erweitert und in mehreren Workshops finalisiert. Eine Veröffentlichung erfolgte im Frühjahr 2014.

Im Rahmen der Hauptversammlung im Oktober 2013 wurde nicht nur ein neuer Vorstand gewählt (Ben Ellermann als 1. Vorsitzender, Vivian Pein als 2. Vorsitzende, Sascha Pfeiffer als Schatzmeister), sondern eine Änderung an der BVCM Mitgliederordnung und der Satzung beschlossen. Durch die Änderung wurde das Profil des Verbands nachhaltig geschärft. Während wir zuvor ein Verband für Unternehmen wie auch für Einzelpersonen gewesen sind, wurden wir durch die Änderung zu einem reinen Berufsverband, dem Berufsverband für Professionals aus dem Bereich Social Media und digitale Kommunikation. Außerdem wurde Stefan Evertz für den Bereich Kommunikation in den Vorstand berufen.

Bis zum Frühjahr 2014 erfolgte die interne Verbandskommunikation im Schwerpunkt über eine geschlossene Facebook Gruppe. Mit der Einführung des BVCM Intranets auf tixxt Basis, ist die Kommunikation wesentlich professionalisiert und ein Meilenstein in Sachen Wissensmanagement und dezentraler Zusammenarbeit gelegt worden. Zudem wurde eine formelle Struktur etabliert, die zwischen Prozessen, Projekten und Ausschüssen differenziert und damit die Rahmenbedingungen der Verbandsorganisation vorgibt.

Die aktuellen Projekte des BVCM umfassen den Aufbau einer Zertifizierung für Community Manager, die Durchführung einer umfangreichen Studie zum Status des Community- und Social Media Managements in Deutschland, die Veröffentlichung von Whitepapern zur Differenzierung zwischen den Berufsbildern „Community Manager“, „Social Media Manager“ und „Corporate Community Manager“.